Samstag, 12. Mai 2012

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Im Zusammenhang mit kreisrundem Haarausfall wird die Autoimmunerkrankung sehr häufig als Ursache genannt. Doch was genau ist unter einer Autoimmunerkrankung zu verstehen? Dafür müssen wir uns unser Immunsystem genauer ansehen. Dieses hat die Aufgabe, Zeit unseres Lebens zu überprüfen, ob Fremdstoffe, die unsere Gesundheit bedrohen, in den Körper eingedrungen sind. Ist dies der Fall, müssen die Fremdkörper lokalisiert und erkannt werden. Anschließend werden T-Zellen zu den Fremdkörpern geschickt, die das Ziel haben, an dem lokalisierten Ort eine entzündliche Reaktion hervorzurufen. Diese wiederum soll die Fremdkörper zerstören oder neutralisieren.


So weit, so gut. Doch das ist natürlich noch der ganz normale Ablauf, der bei jeder Erkrankung von neuem beginnt. Kommt es nun zu einem Fehler des Immunsystems, können auch körpereigene Gewebe, Zellen oder Organe als gefährliche Fremdkörper identifiziert werden. Diese werden dann mittels der T-Zellen bekämpft. Da die betroffenen Gewebe, Zellen oder Organe jedoch weiterhin im Körper bleiben, kämpft das Immunsystem dauerhaft gegen sie. Das kann bei einer Autoimmunerkrankung sogar dazu führen, dass der Körper seine eigenen Organe zerstört. Kurz zusammengefasst bekämpft der Körper, wenn eine Autoimmunerkrankung vorliegt, also körpereigenes Gewebe.

Wie kommt es zu einer Autoimmunerkrankung?


Genaue Ursachen für die Entstehung einer Autoimmunerkrankung sind bisher kaum bekannt. Es gibt jedoch erste Thesen, die einige Vermutungen zulassen, die in ganz bestimmte Richtungen gehen. So wird davon ausgegangen, dass genetische Dispositionen das Ausbrechen einer Autoimmunerkrankung begünstigen können. Allerdings muss es dafür in aller Regel zu einem Zusammenspiel zwischen genetischer Disposition und äußerem Einfluss kommen. Die Autoimmunerkrankung selbst wird demzufolge nicht vererbt, es gibt lediglich begünstigende Faktoren, die in der Genetik festgelegt werden.

Häufig lässt sich feststellen, dass die Autoimmunerkrankung zum Ausbruch kommt, wenn kurz zuvor eine Infektion vorhanden war. Dann kann es sein, dass die abzuwehrenden Fremdstoffe den körpereigenen Geweben und Zellen sehr ähnlich waren und diese jetzt ebenfalls als schädlich für den Körper angesehen werden. Ebenfalls lassen sich Rückschlüsse auf

  • psychischen und emotionalen Stress,
  • hormonelle Veränderungen und
  • Schwangerschaften

als Auslöser für eine Autoimmunerkrankung ziehen.

Wie stellt man eine Autoimmunerkrankung fest?


Die Diagnose der Autoimmunerkrankung erfolgt in der Regel durch eine Blutuntersuchung. Im Blut können erhöhte Entzündungswerte auf eine Autoimmunerkrankung hindeuten. Aber auch Antinukleare Antikörper, ebenfalls bekannt als Auto-Antikörper, können so nachgewiesen werden.

Die Auto-Antikörper können im Blut übrigens schon vor dem Ausbruch einer Autoimmunerkrankung nachgewiesen werden. Es kann also durchaus sein, dass die Antikörper zwar vorhanden sind, die Erkrankung aber niemals ausbricht.

Therapieformen bei Autoimmunerkrankungen


Eine einheitliche Therapie, um die Autoimmunerkrankung zu bekämpfen, ist bisher nicht denkbar. Das liegt einfach an den fehlenden Kenntnissen um die Ursachen für selbige. Deshalb werden in der klassischen Therapie bei einer Autoimmunerkrankung lediglich die sich zeigenden Symptome bekämpft. Häufig zum Einsatz kommen dabei folgende Therapieformen:

  1. Cortison-Behandlung
  2. Behandlung mit Immunsupressiva
  3. Stammzell-Transplantation

Die medikamentöse Behandlung der Autoimmunerkrankung ist natürlich bedenklich. Gerade bei längerfristigen Behandlungen kann es hier zu massiven Nebenwirkungen kommen, die Sie keinesfalls unterschätzen sollten. Die Stammzell-Transplantation ist dagegen eine noch recht junge Behandlungsform, deren genaue Wirkungen im Langzeitstudium noch nicht erforscht sind.

Beachten Sie ebenfalls, dass die Behandlung der Autoimmunerkrankung das Ziel hat, das Immunsystem davon abzuhalten, gegen eigene Gewebe vorzugehen, dabei aber trotzdem dafür sorgen will, dass es seine Tätigkeit nicht ganz einstellt. Beide Ziele lassen sich langfristig nur schwer verfolgen.

Welche Formen von Autoimmunerkrankungen gibt es?


Heute sind etwa 60 verschiedene Autoimmunerkrankungen bekannt. Dazu gehören unter anderem:

  • Diabetes mellitus Typ I
  • Erkrankungen der Schilddrüse
  • Erkrankungen des Darms
  • Morbus Bechterew
  • Erkrankungen der Gefäße

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