Dienstag, 22. Mai 2012

Statistische Werte zum kreisrunden Haarausfall

Die Alopecia areata, wie man den kreisrunden Haarausfall im Fachjargon nennt, ist in ihrem Vorkommen weit häufiger, als man allgemein annimmt. Und selbst wenn man sich als Frau nur wenige Gedanken über das Thema Haarausfall macht, so kann das weibliche Geschlecht dennoch von einer Alopecia areata heimgesucht werden. Schließlich handelt es sich um eine Erkrankung, die weder Geschlecht noch Alter als Grenzen sieht. Deshalb ist es durchaus auch möglich, dass sogar Kinder unter kreisrundem Haarausfall leiden.


Die Erscheinungsformen können dabei sehr variabel sein und reichen von einzelnen kahlen Haupthaarstellen bis hin zu dem vollständigen Verlust der Körperbehaarung. Bei manchen Menschen kommt es zu einer Spontanremission, also der Abheilung des Krankheitsbilds ohne Therapie, andere wiederum müssen mit einem Rezidiv, also einem Wiederaufkeimen des kreisrunden Haarausfalls trotz vermeintlich erfolgreicher Therapie, rechnen.

Im Kontext des kreisrunden Haarausfalls lässt sich also fest halten: Sicher ist bloß, dass eben nichts sicher ist. Dies beweisen schon die statistischen Werte zur Alopecia areata.

Statistisches Vorkommen der Alopecia areata


Wie bei einer Pressekonferenz des Bundesvereins Alopecia Areata Deutschland e.V. verlautbart wurde, geht man von einem statistischen Vorkommen dieses Krankheitsbilds bei ein bis zwei Prozent der Weltbevölkerung aus. Bei einer aktuell geschätzten Weltbevölkerungszahl von rund sieben Milliarden Menschen bedeutet dies, dass insgesamt zwischen 70 und 140 Millionen Menschen auf der ganzen Welt an einem kreisrunden Haarausfall leiden. Diese horrende Zahl macht deutlich, dass es sich bei der Alopecia areata also keineswegs um ein punktuelles Problem handelt, welches sich nur in Form von Einzelfällen darstellt. Ganz im Gegenteil, Alopecia areata scheint vielmehr die Dimensionen einer Volkskrankheit anzunehmen, worauf sich auch die Notwendigkeit einer adäquaten Behandlungsstrategie begründet.

Bezogen auf das Bundesgebiet gehen die Experten davon aus, dass rund eine Million Menschen unter einer der Erscheinungsformen der Alopecia areata leiden. Von rund 81 Millionen Einwohnern in Deutschland haben somit cirka 1,2 Prozent der Bevölkerung mit dem kreisrunden Haarausfall zu kämpfen.

Hier noch die Welt- und Deutschlanddaten im Überblick



Welt
Deutschland
Alopecia areata in Prozent
1 – 2 %
ca. 1,2 %
Alopecia areata in Zahlen
70 bis 140 Millionen Menschen
1 Million Menschen


Nicht erfasst sind dabei die Personen, die mit ihrer Haarproblematik nicht beim Arzt vorstellig werden. Die Alopecia areata Dunkelziffer dürfte demnach um ein Vielfaches höher sein.

Alopecia areata: die altersneutrale Erkrankung


Schwindendes Haupthaar ist eigentlich eine Thematik, die bevorzugt der zweiten Lebenshälfte zugeordnet wird. Grundsätzlich ist dies auch korrekt so, allerdings nur im Kontext des altersbedingten Haarausfalls, der auf einer Reduzierung der körperlichen Stoffwechselfunktionen beruht. Ganz anders stellt sich hingegen der kreisrunde Haarausfall dar.

Bei der Alopecia areata handelt es sich nämlich um ein Krankheitsbild, welches prinzipiell vor keinem Lebensabschnitt Halt macht. Sowohl Kinder wie auch Senioren können betroffen sein. Allerdings haben Statistiken ans Licht gebracht, dass vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, konkret Personen zwischen 10 und 30 Jahren, von einer Alopecia areata als anerkannte Krankheit heimgesucht werden. Die geschlechtliche Aufteilung bewegt sich dabei in einem Gleichgewicht.

Davon abgrenzen muss man jedoch die Alopecia areata atropicans, eine Sonderform des kreisrunden Haarausfalls. Sie betrifft in erster Linie Frauen zwischen 30 und 55 Jahren. 

Alopecia areata Vorkommen nach Ursache 


Der kreisrunde Haarausfall tritt statistisch gesehen am häufigsten im Kontext einer Autoimmunerkrankung kombiniert mit einem entzündlichen Prozess auf. Allerdings sind die führenden Wissenschaftler sich darüber einig, dass eine genetische Komponente auch in diesen Zusammenhängen eine bedeutende Rolle spielt. Rund 25 Prozent aller in Behandlung befindlichen Patienten mit Alopecia areata geben an, dass innerhalb ihrer Familie dieses Krankheitsbild bereits gehäuft aufgetreten ist.

Obwohl permanent auf den Zusammenhang dieser Erkrankung mit psychischen Einflussfaktoren hingewiesen wird, konnte diese Ursache in Statistiken nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Die Alopecia areata aufgrund von Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hormondispositionen oder eingebettet in andere Ursachenkontexte macht statistisch gesehen nur einen geringen prozentualen Anteil aus. 

Spontanheilungen und Behandlungsprognosen 


Inwiefern eine Alopecia areata Behandlung eine statistisch gesehene einwandfreie Remission erreicht, ist nach wie vor Gegenstand zahlreicher klinischer Studien. Aktuell hat sich die topische Immuntherapie mit DCP als besonders wirkungsvoll herausgestellt.

Eine statistische Genauigkeit kann allerdings lediglich im Zusammenhang mit der so genannten Spontanremission gegeben werden. Bei rund 50 Prozent aller Betroffenen bildet sich die Alopecia areata ohne jegliche Therapie zurück. Als Zeitspanne wird dabei ein Jahr bis zum Erreichen einer spontan induzierten Remission angegeben, wobei in der Regel nach drei bis sechs Monaten die allein abklingende Alopecia areata ausgeheilt sein sollte.

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