Donnerstag, 28. Juni 2012

Behandlungsmöglichkeiten der Autoimmunerkrankung bei kreisrundem Haarausfall

Da es bei kreisrundem Haarausfall oft die Autoimmunerkrankung ist, die als Ursache für diesen gilt, setzen Mediziner vielfach auf eine Behandlung, die die Symptome lindern soll. Durchgesetzt haben sich insgesamt drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei kreisrundem Haarausfall:

  1. Die Behandlung mit Kortison
  2. Die topische Immuntherapie
  3. Die PUVA-Therapie

Kortison als Klassiker gegen kreisrunden Haarausfall


Kreisrunder Haarausfall wird besonders häufig mit Kortison behandelt. Dieser Wirkstoff kann entweder als Medikament eingenommen werden oder er wird vom Arzt direkt unter die Kopfhaut gespritzt. Auch eine äußerliche Anwendung ist möglich.


Ziel ist es, die Entzündungen mittels Kortison in den Griff zu bekommen, so dass das Haar nicht weiter geschädigt wird und ausfällt. Diese Behandlungsform hat jedoch entscheidende Nachteile: Zunächst einmal werden nur die Symptome bekämpft, nämlich der kreisrunde Haarausfall, nicht aber die Ursache. Außerdem ist Kortison nur für einen bestimmten Zeitraum anzuwenden, da Haut und Hautbindegewebe im Laufe der Therapie zunehmend dünner werden. Während sich die Haut nach dem Absetzen des Kortisons oft wieder erholen kann, bleibt das Hautbindegewebe dauerhaft dünn und ist somit anfälliger für Verletzungen. Zudem ist zu befürchten, dass nach Absetzen des Kortisons der kreisrunde Haarausfall erneut auftritt, da die eigentliche Ursache nicht behandelt werden konnte.


Die topische Immuntherapie gegen kreisrunden Haarausfall


Ebenfalls wird bei kreisrundem Haarausfall, der oft auf eine Autoimmunerkrankung zurückzuführen ist, die topische Immuntherapie eingesetzt. Dabei wird eine Chemikalie, meist Diphenylcyclopropenon (DCP), auf die Kopfhaut aufgetragen. Da jeder Mensch auf DCP allergisch reagiert, kommt es zu Ekzemen, die schmerzhaft, juckend und rot sind. Die Behandlung muss in der Regel einmal wöchentlich über einen vom Arzt festgelegten Zeitraum durchgeführt werden.

Ziel dieser topischen Immuntherapie ist es, das Immunsystem davon abzulenken, die eigenen Haare anzugreifen und stattdessen auf die bewusst herbeigeführte allergische Reaktion zu reagieren. Auch hier ergeben sich Probleme: Zum Einen ist DCP als Medikament nicht zugelassen und kann deshalb nur schwer bezogen werden. Zum Anderen ist die Behandlung befristet, nach deren Einstellung kann der kreisrunde Haarausfall erneut auftreten. Nicht zuletzt regt sich Kritik, weil genauso hier nicht die Autoimmunerkrankung, sondern das Symptom kreisrunder Haarausfall behandelt wird.

Schließlich ist die topische Immuntherapie auch für Sie als Patienten nicht unbedingt angenehm und birgt einige Risiken und Nebenwirkungen in sich. Während der Behandlungen kann es zu Schwellungen der Lymphknoten kommen und ebenso Pigmentveränderungen können hierbei entstehen.

Die PUVA-Therapie: Mit UV-Strahlung gegen kreisrunden Haarausfall


Eine weitere mögliche Behandlungsform gegen kreisrunden Haarausfall ist die PUVA-Therapie. Dabei wird Psoralen eingesetzt. Dieses Medikament soll die Haut lichtempfindlicher machen. Anschließend wird sie mit ultraviolettem Licht in ganz bestimmten Wellenlängen bestrahlt. Allerdings birgt die PUVA-Therapie massive gesundheitliche Risiken, weshalb sie in der Praxis eher selten eingesetzt wird. So kann es während der Therapie zu Verbrennungen der Kopfhaut kommen. Eine langfristige Anwendung kann sogar das Risiko deutlich erhöhen, an Hautkrebs zu erkranken. Hier sollten Risiko und Nutzen der Behandlung in jedem Fall genau gegeneinander abgewägt werden.

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