Donnerstag, 13. März 2014

Die Wirkungsweise der Antiandrogene

Bei der Wirkungsweise der Antiandrogene muss man unterscheiden, wogegen diese eingesetzt werden. Grundlegend werden aber männliche Sexualhormone, wie das Testosteron und das 5-alpha-Dihydrotestosteron in ihrer Wirkung beeinflusst. Dabei gibt es zwei Wege:

  1. Verdrängung der Androgene von den Rezeptoren
  2. Bildung der Androgene wird gehemmt

Verdrängung der Androgene von den Rezeptoren


Um diese beiden Wirkungsweisen zu verstehen, ist es von Bedeutung, zu verstehen, wie Androgene wirken. Sie müssen sich zunächst an Rezeptoren binden, die an der Oberfläche der Zielzellen vorhanden sind. Erst nachdem diese Bindung erfolgt ist, kann in der Zelle die Reaktion erfolgen, die für das Androgen typisch ist. Werden Antiandrogene eingenommen, so besetzen diese die Rezeptoren, weisen aber keine weitere Funktion auf. Unterschieden wird die Wirkung noch je nach Anwendungsgebiet:



Anwendungsgebiet
Wirkungsweise


Prostatakrebs
  • Rezeptor wird blockiert 
  • Überschießendes Wachstum von Zellen in der Vorsteherdrüse durch Testosteron wird gehemmt 
  • Dadurch werden weniger Tumorzellen gebildet, vorhandene Tumorzellen sterben ab. 
  • Der Tumor verkleinert sich infolge dessen. 
  • Diese Therapie findet dann Anwendung, wenn eine alleinige operative Entfernung nicht ausreicht, um eine vollständige Heilung zu gewährleisten. 
  • Zudem wird das Risiko für die Bildung von Metastasen verringert.
Krankhafter Sexualtrieb/Vermännlichung von Frauen
  • Antiandrogene verdrängen männliche Hormone, die Begleiterscheinungen werden verhindert
  • An den Rezeptoren der Hautzellen wird die Wirkung der Androgene ausgelöst. 
  • Werden sie verdrängt, verbessert sich das Hautbild.


Hemmung der Bildung von Androgenen


Werden die Antiandrogene eingesetzt, um die Bildung von Androgenen zu hemmen, so kommen sie auch hier bei verschiedenen Krankheitsbildern zum Einsatz. Die Wirkung beschreibt folgende Tabelle übersichtlich:



Anwendungsgebiet
Wirkungsweise


Prostatakrebs
  • Ein Enzym wird gehemmt, welches die Hormone der Nebenniere in die Vorstufen DHEA und Andostenedion von Testosteron umwandelt.
Gutartige Prostatavergrößerung
  • 5-alpha-Dihydrotestosteron ist für die Vergrößerung maßgeblich mit verantwortlich. 
  • Dieses Enzym wird gehemmt. 
  • Dadurch wird der Geschwulst die Grundlage entzogen, weiter zu wachsen.
Erblich bedingter Haarausfall
  • Die Rezeptoren für 5-alpha-Dihydrotestosteron sitzen in den Haarwurzeln. 
  • Werden die Rezeptoren angesprochen, so bildet sich die Haarwurzel zurück. 
  • Antiandrogene hemmen das Hormon, das Haar kann erhalten werden.



Dosierung und Nebenwirkungen der Antiandrogene


Die Dosierung der Antiandrogene ist abhängig vom jeweils behandelten Krankheitsbild. Außerdem kommt es darauf an, wie der Patient auf die Medikamentengabe anspricht, so dass die Dosierung stets individuell nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen sollte.

Einige unerwünschte Nebenwirkungen können bei der Anwendung auftreten. Zu diesen zählen unter anderem der Verlust der Libido, der nur in seltenen Fällen gewünscht ist. Auch Potenzprobleme können auftreten. Zudem kann sich die Brustdrüse bei Männern vergrößern.

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