Dienstag, 16. Oktober 2012

Diagnose der androgenetischen Alopezie

Auch die androgenetische Alopezie muss zunächst korrekt diagnostiziert werden, um anschließend mögliche Behandlungsmethoden einleiten zu können. Dabei kommen die klassischen Methoden der Diagnostik zum Einsatz:

  • Patientengespräch,
  • Blickdiagnose,
  • allgemeine körperliche Untersuchung,
  • Haaranalyse bestehend aus Zupftest, Trichogramm und Analyse der ausgefallenen Haare

Blickdiagnose bei erblich bedingtem Haarausfall von besonderer Bedeutung


Bei erblich bedingtem Haarausfall nimmt die Blickdiagnose eine große Bedeutung ein. Nach dem Schema des Haarausfalls nach Hamilton-Norwood beispielsweise lässt sich bereits beim Blick auf das Haar erkennen, ob ein genetisch bedingter Haarausfall vorliegt. Hierbei gehen Experten davon aus, dass der genetisch bedingte Haarausfall an der Schläfenregion seinen Anfang nimmt. Die Ausbildung einer Glatze ist noch sehr schwer zu erkennen.

Über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg kann sich nun die Lichtung des Haars weiter verstärken. Meist tritt sie im Bereich der Haarwirbel auf und es entwickeln sich kahle Stellen. Langsam aber sicher geht immer mehr Haar verloren, so dass am Ende nur noch ein Kranz aus Haar am Hinterkopf, sowie an den Seiten bestehen bleibt. Insgesamt sieben Phasen werden nach Hamilton-Norwood bei der Glatzenbildung erreicht:

  • Phase I: Zurückweichen des Haars kaum oder gar nicht erkennbar
  • Phase II: Erste Geheimratsecken sichtbar, aber noch nicht stark ausgeprägt
  • Phase III: Geheimratsecken reichen bereits weiter in Richtung Hinterkopf
  • Phase IV: Haarverlust setzt nun auch im Scheitelbereich ein, Geheimratsecken vergrößern sich weiter
  • Phase V: Hufeisenform des Haars im Hinterkopf und an den Seiten wird erkennbar
  • Phase VI: Haarverlust schreitet weiter voran, jetzt sind auch die Seiten betroffen
  • Phase VII: Die einstige Haarpracht ist bis auf ein schmales Haarband fast vollständig verschwunden

Allerdings gibt es genauso Ausnahmen. Bei gut 20 Prozent der betroffenen Männer ist die Blickdiagnose nach Hamilton-Norwood nicht möglich. Hier kann eher ein diffuser Haarausfall festgestellt werden. Dieser zeigt sich im Bereich des Mittelscheitels und ähnelt der androgenetischen Alopezie bei Frauen. Die Rede ist hierbei vom Typ Ludwig.

Wann tritt der genetisch bedingte Haarausfall auf?


Eine klare Aussage dazu, wann der genetisch bedingte Haarausfall erstmals auftritt, kann kaum getroffen werden. Meist sind die Informationen dazu in den Genen verankert. Allerdings tritt bei einem Drittel der Betroffenen die androgenetische Alopezie bereits vor dem 30. Lebensjahr auf, wenngleich oftmals noch in einem sehr frühen Stadium. Nur in seltenen Ausnahmefällen kann der erblich bedingte Haarausfall sich bereits in der Pubertät entwickeln.

Drei Verlaufsmuster für die androgenetische Alopezie sind heute bekannt:

  1. Früher Steppenbrand – Haarausfall beginnt bereits um das 20. Lebensjahr und schreitet schnell voran. Die Stadien V bis VII nach Hamilton-Norwood können noch vor dem 30. Lebensjahr erreicht werden.
  2. Früher Schwelbrand – In diesem Fall setzt der Haarausfall erst um das 30. Lebensjahr herum ein, allerdings schreitet er sehr langsam fort. In einigen Fällen scheint es bei einer bestimmten Phase des Schemas nach Hamilton-Norwood sogar zum Stillstand des Haarausfalls zu kommen.
  3. Spättyp – Haarausfall entsteht erst nach dem 40. Lebensjahr. Auch hier ist nur ein langsames Voranschreiten zu beobachten. Selbst im hohen Alter ist keine vollständige Glatzenbildung gegeben.

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